Frauens Workshop-Woche

vom 14. – 19. April 2008 im Gemeinderatszentrum

 

"Frauen in ihren verschiedenen Rollen gestalten die Gesellschaft"

 

 

Frauens Workshop-Woche Programm: (English, German, Arabic)

 

Montag, 14. 04.08

Die Ernährungsspezialistin Hanna Alrabadi informierte zur Erhaltung der Gesundheit über eine ausgewogene Ernährung und gab Anweisungen zu einer gesunden Diät. Sie erklärte, welche Vitamine in welchem Obst und Gemüse enthalten sind, wie viele Vitamine der Mensch pro Tag benötigt und wie man diesen Bedarf abdecken kann, und sie erklärte, mit welcher Ernährung es möglich ist, Diabetes vorzubeugen und manches mehr.

Es tauchten einige Fragen seitens der jungen Frauen auf, besonders von denjenigen, die nach speziellen Ratschlägen fragten, da sie noch stillen. 

 

Nach der Pause sprach zunächst Tamara Melhem aus Hebron über die Rolle der palästinensischen Frauen in der jetzigen immer schwieriger werdenden Situation. Eine immer grössere Last wird ihnen aufgebürdet. Die Hausfrau kann in der Familie viel zu einer guten Atmosphäre beitragen auch wenn sie nicht sehr gut gebildet ist. Es ist eventuell von Vorteil, wenn sie die Möglichkeit der Weiterbildung nutzt. Ferner tragen die Frauen eine grosse Verantwortung bei der Kindererziehung. Es wäre sehr sinnvoll, sich in irgendeiner Weise zu betätigen, z.B. bei Wasserprojekten mitzuarbeiten und in Gewächshäusern und im Garten rings ums Haus Gemüse und Obst anzupflanzen, damit die Familie Selbstversorger wird. Ausserdem könnte ein Überschuss verkauft werden, um noch ein kleines Einkommen zu erzielen.

 

Vier EAPPI Leute (drei Frauen, und ein Mann), die in Bethlehem stationiert sind und an diesem Anlass teilnahmen, berichteten aus ihrer eigenen Sicht und gemäss ihren Erfahrungen über den allmählichen Wechsel der Rolle der Frauen in ihren betreffenden Herkunftsländern Polen, Norwegen, Schweden und Finnland.

 

Dienstag, 15.04.08

Simona Schramm aus Deutschland ist Kinderkrankenschwester. Sie erklärte die verschiedenen Methoden, auf natürliche Weise ohne den Gebrauch von Medikamenten einige Krankheiten bei Kleinkindern zu heilen oder zumindest zunächst Linderung der Schmerzen zu verschaffen, ohne sofort den Arzt zu konsultieren. Sie gab viele Ratschläge für eine gute Gesundheit für Mutter und Kind. Sie z.B. verwies auf alt erprobte Hausmittel, Fieber zu senken wie z.B. Wickel, wie dem Kind bei Ohrenschmerzen Erleichterung verschafft werden kann und verschiedenes mehr. Auch informierte Simona über gute Diätprogramme, Ernährung bei Allergien und wie es zu Problemen beim Stillen kommen kann.

 

Obwohl die Referentin (Volontärin) eine Ausländerin ist und die Ratschläge aus ihrer Tradition kommen, stiessen ihre Ausführungen bei den einheimischen Frauen auf grösstes Interesse. Viele Fragen tauchten seitens der Frauen auf, die Simona fachkundig zu beantworten wusste. Nur ungern liess man sie gehen, und man spürte, welch grosses Anliegen es den Frauen war, noch weitere wertvolle Anweisungen zu erhalten. Es konnte jedoch ein neuer Termin für September 2008 anlässlich ihres nächsten Aufenthalts in Palästina abgemacht werden.

 

Mittwoch, 16.04.08

Thema war die Rolle der palästinensischen Frauen in den Medien.

Nancy Atalla von Radio Mawall Bethlehem sprach über die diversen Radioprogramme, die eingerichtet wurden, um speziell auf die soziale Situation der Frauen in der palästinensischen Gesellschaft einzugehen. Dafür lädt sie jeweils Ärzte, Sozialarbeiter, etc. ein, die aus ihrem Arbeitsbereich berichten und an die Fragen gestellt werden können. 

Ein weiteres Programm beinhaltet Bestrebungen zur Erhaltung des kulturellen Erbes in Palästina. Es wird alte palästinensische Literatur im heutigen Kontext betrachtet, um Missinterpretationen zu vermeiden. Dies erhält besondere Bedeutung in der heutigen Zeit, in der die neue Generation leicht dazu neigt, ihre Kultur zu vernachlässigen.

Es zeigt sich gemäss den Erfahrungen der Referentin, dass viele frühere Ansichten in Kultur und Tradition noch immer weit verbreitet sind und einen negativen Einfluss auf die heutige Gesellschaft und speziell auf Frauen ausüben, z.B. Aberglaube.

 

Leider kann kein lokaler Radio- oder TV-Sender in Nahalin  empfangen werden, weil sich das Dorf in einem von israelischen Siedlungen umgebenen Tal befindet. Einen eigenen Sender  aufzubauen wäre seitens der Frauen eine notwendige, wünschenswerte Sache.

 

Rana Al-Arja von Holy Land Trust Bethlehem ist für die Programme von PNN (Palestinian Network News) verantwortlich, die Mutter und Kind zum Thema haben.

 

Heba Al-Ama ist Journalistin von PNN und ist dafür zuständig, die neusten Informationen zum Thema Frauen auf die betreffende Website zu bringen. Die Nachrichten können dann von lokalen Radiosendern und Zeitungen übernommen werden. Obwohl die Frauen eine bedeutende Rolle in den Familien spielen, sollten sie nach Meinung der Referentin auch vermehrt in höheren Positionen in den Medien die Stimme der Frauen vertreten.

 

Nach der Pause hatte Taghreed Hawash/Bethlehem das Wort. Sie ist Sprachtherapeutin in einer Schule in Hebron, praktiziert aber auch in Bethlehem.

Sie erklärte die Früherkennungsmerkmale für spätere Sprachprobleme. Es ist wichtig festzustellen, ob ein Kind nicht hören kann, denn dann werden Sprachschwierigkeiten auftreten.. Mütter sollten deshalb ihren Kindern auch in dieser Hinsicht grösste Aufmerksam schenken. Die Referentin gab Ratschläge, wie Eltern sich verhalten sollten, auch wenn es sich bei Kindern im Alter zwischen 6 bis 8 Jahren um gewisse einfache Sprachschwierigkeiten handelt.

 

 

Donnerstag, 17.04.2008

Kifah Abu Ayash und Majdeh Oudeh sind Sozialarbeiterinnen im Mehwar Center in Beit Sahour. In der heutigen  palästinensischen Gesellschaft bestehen diverse Probleme, und diese führen zu Gewalt in den Familien. Frauen, die von ihren Ehemännern oder anderen Familienangehörigen Gewalt erfahren haben, können sich mit ihren Kindern in dieses Haus begeben und erhalten Hilfe in verschiedener Hinsicht. In der eigenen Familie bei den Eltern werden Frauen, die vor Gewalt flüchten und den Ehemann verlassen nicht aufgenommen. Im Mehwar Center finden sie mit ihren Kindern während eines Jahres eine Unterkunft sowie psychologische Betreuung, materielle Unterstützung und Rechtsberatung. Auch werden sie beruflich ausgebildet (z.B. in PC), so dass sie später einmal für sich selbst sorgen können.

 

Die meisten Frauen sind noch sehr stark in der palästinensischen Gesellschaftsordnung verwurzelt und haben Angst, sich dagegen zu stellen. Sie meinen, die ihnen angetane Gewalt  ertragen zu müssen. Diese misslichen Zustände beeinflussen das gesamte Familienleben.  Die Frauen haben oft keine Vertrauensperson, mit der sie ihre Probleme besprechen können.

 

Nach der Pause hatte Linda Jerayseh vom Gesundheits-Schulungszentrum in Beit Sahour das Wort. Dort wird der Schwerpunkt der Lehrtätigkeit auf Prävention gelegt, z.B. Brustkrebs, Osteoporosis, etc. Linda gab Ratschläge für eine gute Ernährung zum Erhalt eines gesunden Knochenbaus. Mütter sollten darauf achten, dass ihre Töchter gesund ernährt werden, da auch sie einmal Mütter werden und viel von der Konsistenz ihres Körpers für den Wachstum des zukünftigen Babys benötigt wird. Gemäss der Tradition ist es in einigen Familien noch immer Brauch, dass Männer und Söhne ein besseres Essen als die Mädchen erhalten.

 

Jeder Vortrag wird stets von vielen Fragen, Kommentaren, eigenen Erfahrungen und Erlebnissen der an allen Themen sehr interessierten Frauen unterbrochen. Im Prinzip ist Nahalin von einer recht konservativen Einstellung der Dorfbewohner geprägt, doch man ist mit der Zeit sehr aufgeschlossen für Neues und Informationen und Ratschläge sind hoch willkommen.

 

Samstag, 19.04.2008

Gabriela Badour, eine Kunstschaffende aus Bethlehem, zeigte den Frauen wie man mit bebilderten Papierservietten und Leim kleine Tongefässe dekorieren kann.

Dieser Kunst Workshop wurde, wie bereits im letzten Jahr, mit einem gemeinsamen Frühstück beendet. Die hatten Frauen typisch palästinensische Spezialitäten hergestellt und mitgebracht.

 

Jihan Nassar,

Project Coordinator

  

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